Eine bierdeckelgroße blitzende Schallplatte

8 Okt

Die sind aber klein! Aber ob da wirklich soviel raus kommt, wie aus einer LP? Das waren Fragen, die man sich auch Mitte der 80er Jahre noch immer stellte. Die CD war zwar Ende 1982 / Anfang 1983 weltweit offiziell auf den Markt gekommen, aber dem Nachfolger der LP misstraute man doch. Die Argumente waren klar benannt: Kleinere Kratzer führten zu keinem Springen der Nadel (wie bei der LP), man brauchte weniger Platz im Regal für die bierdeckelgroßen, blitzenden Scheiben und außerdem: die Industrie brauchte einen Grund, um neue Abspielgeräte im Markt einzuführen, denn die Absatzzahlen im Hifi-Bereich stagnierten merklich.

Um ein so neues Produkt in den Markt einzuführen, brauchte es erstmal eine große Werbeoffensive – und wäre da besser geeignet gewesen, als die damalige Geheimwaffe für humorvolle Technologiespots? Genau: von John Cleese ist die Rede.

Dass die datenkomprimierende CD auch einen überlegenen Sound haben sollte (außer eben dem fehlenden Knacken bei Kratzern), das entpuppte sich schnell als PR-Gag. So blieben Audiophile noch lange der LP treu. Die Überzeugung des Marktes dauerte auch einige Jahre – erst 1985 kann als das Jahr gelten, in dem sich die CD auf breiterer Basis durchsetzte: Die Dire Straits verkauften mit ihrem Album „Brothers in Arms“ erstmals 1 Millionen Silberlinge (so nannte man die CD damals alternativ) und David Bowie war der erste Künstler, dessen kompletter Back-Katalog 1985 auf CD verfügbar war. Einen Schub für die CD gab es dann auch noch einmal, als die Idee des Walkmans von Sony auf die CD übertragen wurde. 1984 stellte der japanische Elektronikkonzern seinen ersten tragbaren CD-Player vor.

Der globale Siegeszug der CD als Datenträger erfolgte ebenfalls 1985: da wurde nämlich der Datenträger CD-Rom erstmals vorgestellt. Er kämpfte noch eine Zeit lang mit der Laserdisc (mit der wir uns in einem anderen Artikel befassen werden). Aber die Disc mit einer Kapazität von 540 MB Datenspeicher war schon eine kleine Sensation, die sich schnell durchsetzte.

Erste Laufwerke für CD-Rom kamen ebenfalls 1985 – am Anfang noch gigantisch groß und extern. Aber eben ein Start.

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Eine Antwort to “Eine bierdeckelgroße blitzende Schallplatte”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Der Synthiepopper, der zum Musik-Revoluzzer wurde « Medienzeitmaschine - 13. Oktober 2010

    […] früh bot Reznor alle Tonspuren seiner Silberlinge zum kostenlosen Dowload an, Sogar die Schrifttype seiner Alben stellte er ins Netz. Später […]

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