Der Synthiepopper, der zum Musik-Revoluzzer wurde

13 Okt

Mit den Computer kamen Mitte der Achtziger verstärkt Musikformen auf, die sich der neuartigen Geräte bedienten. Zwar gab es bereits in den Siebzigern Synthesizer, wie sie etwa von Pink Floyd eingesetzt wurden und es gab frühe Elektropuristen wie Kraftwerk, deren Album “Autobahn” bereits 1974 erschien.

Doch erst in den Achtzigern wurden routinemäßig komplette Songs programmiert. Elektromusik erlebte dank Depeche Mode, Human League oder New Order einen Aufstieg – für das Gros der Bevölkerung blieb das Computergedingel trotzdem seltsam. Dieser schöne TV-Beitrag eines Clevelander Lokalsenders aus dem Jahr 1984 versucht der am Beispiel der örtlichen Band “Exotic Birds” zu erklären, worum es bei Elektromusik eigentlich geht – und was Sampling und Sequencing sind.

Einer der jungen Männer, die in dem Beitrag interviewt werden sollte später die gesamte Musikindustrie auf den Kopf stellen: Trent Reznor. Der Gründer der Band Nine Inch Nails, gilt nicht nur als innovativer und einflussreicher Künstler – sondern auch als einer der ersten, die verstanden, das Musik in digitaler Form im Internet andere Vertriebsformen benötigt als Vinylplatten.

Schon früh bot Reznor alle Tonspuren seiner Silberlinge zum kostenlosen Dowload an, Sogar die Schrifttype seiner Alben stellte er ins Netz. Später erklärte er, die Musikindustrie “f*cke den Konsumenten” und forderte Fans auf, seine Musik zu stehlen.

1985 war er nur ein schlaksiger Hobbymusiker mit einer fragwürdigen Frisur. Heute gilt er als der use case für den Musikvertrieb des 21. Jahrhunderts. Und das mit den Haaren ist auch besser geworden.

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